KG steht für Krankengymnastik, MT für Manuelle Therapie, KGG für Krankengymnastik am Gerät und MLD für Manuelle Lymphdrainage. Daneben legt die Verordnung fest, wie viele Behandlungen Sie bekommen, wie oft pro Woche und ob die Therapeutin zu Ihnen nach Hause kommt. Die folgende Übersicht erklärt die acht Angaben, die auf einem Physiotherapie-Rezept am häufigsten Fragen aufwerfen.
| Abkürzung | steht für | kurz erklärt |
|---|---|---|
| KG | Krankengymnastik | breiter Rahmen aus Übungen, Training und Anleitung |
| MT | Manuelle Therapie | Spezialisierung für Gelenke, Muskeln und Nerven |
| KG-Gerät (KGG) | gerätegestützte Krankengymnastik | Training an Geräten unter Anleitung |
| MLD-30, -45, -60 | Manuelle Lymphdrainage | Zahl = Behandlungsdauer in Minuten |
| KMT | Klassische Massagetherapie | therapeutische Massage, keine Wellness |
| Hausbesuch (HB) | Behandlung zu Hause | nur, wenn der Weg in die Praxis medizinisch nicht möglich ist |
| Doppelbehandlung | zwei Einheiten am Stück | nur in begründeten Ausnahmefällen |
| Frequenz | Termine pro Woche | oft als Spanne, etwa 1–2x wöchentlich |
Gesetzlich Versicherte erhalten die Verordnung auf dem bundeseinheitlichen Formular, dem sogenannten Muster 13. Privatversicherte bekommen meist ein Privatrezept, auf dem dieselben Abkürzungen stehen, auch wenn die Form freier ist.
1. KG: Krankengymnastik
Krankengymnastik ist die häufigste Verordnung in der Physiotherapie. Am Anfang steht eine Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Koordination, danach folgen angeleitete Übungen, Training und Hinweise für den Alltag.
KG bedeutet dabei nicht einfach „Übungen machen“: Je nach Befund können auch manuelle Techniken dazugehören. Eine Variante ist KG-ZNS, die bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems verordnet werden kann.
2. MT: Manuelle Therapie
Manuelle Therapie ist eine Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie, die sich mit Beschwerden an Gelenken, Muskeln und Nerven befasst. Physiotherapeuten brauchen dafür eine Zusatzqualifikation, und die Behandlung beginnt mit einer vertieften Untersuchung.
Anders als der Name vermuten lässt, arbeitet MT nicht ausschließlich mit den Händen. Auch aktive Übungen und Anleitung zur Belastung gehören dazu, die Grenze zur Krankengymnastik ist fließender, als die Abkürzungen nahelegen.
Ausführlich erklärt den Unterschied zwischen MT und KG die Bochumer Privatpraxis für Physiotherapie am Musikforum an der Viktoriastraße 57, die der Physiotherapeut Levent Kent leitet. Der Beitrag der Praxis zeigt, warum die Formel „MT ist Handarbeit, KG ist Üben“ zu kurz greift: Beide Leistungen können manuelle Techniken und aktive Übungen verbinden.
Die Physiotherapie am Musikforum in der Bochumer Innenstadt behandelt Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler. Jeder Termin ist dort eine Einzelbehandlung.
3. KGG: Krankengymnastik am Gerät
Auf dem Rezept steht meist „KG-Gerät“. Gemeint ist ein Training an medizinischen Trainingsgeräten wie Zugapparaten oder Beinpressen, das eine Physiotherapeutin anleitet und an die Belastbarkeit anpasst.
KGG wird häufig nach Operationen oder Verletzungen verordnet, wenn Kraft und Stabilität gezielt aufgebaut werden sollen. Mit einem freien Training im Fitnessstudio ist es nicht gleichzusetzen, weil Übungsauswahl und Steigerung therapeutisch geplant werden. Eine KGG-Einheit dauert meist deutlich länger als eine KG-Einheit.
4. MLD-30, MLD-45, MLD-60: Manuelle Lymphdrainage
Die Zahl hinter MLD nennt die Behandlungszeit in Minuten. Je größer das zu behandelnde Gebiet, desto länger fällt in der Regel die verordnete Zeit aus.
Die Manuelle Lymphdrainage arbeitet mit sanften, rhythmischen Griffen und wird eingesetzt, um den Abtransport von Gewebeflüssigkeit zu unterstützen. Oft wird sie zusammen mit Kompression verordnet.
5. KMT: Klassische Massagetherapie
KMT ist eine therapeutische Massage mit gezielten Griffen. Ziel ist, die Muskelspannung zu beeinflussen und die örtliche Durchblutung zu unterstützen.
Je nach Diagnosegruppe kann KMT allein oder zusätzlich zu KG oder MT verordnet werden. Mit einer Wellnessmassage hat sie wenig gemeinsam, denn sie richtet sich nach dem Befund.
6. Hausbesuch
Auf dem Kassenrezept ist der Hausbesuch ein Ankreuzfeld mit „ja“ oder „nein“, in Praxen und Abrechnungen wird er oft mit HB abgekürzt. Verordnet wird er nur, wenn Sie die Praxis aus medizinischen Gründen nicht aufsuchen können.
Ist der Hausbesuch nicht angekreuzt, darf die Praxis ihn in der Regel nicht mit der Krankenkasse abrechnen. Privatversicherte klären die Erstattung des Wegegelds am besten vorher mit ihrer Versicherung.
7. Doppelbehandlung
Steht hinter dem Heilmittel der Vermerk „als Doppelbehandlung“, werden zwei Einheiten desselben Heilmittels direkt hintereinander erbracht. Das ist nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen vorgesehen.
Für ergänzende Heilmittel wie Wärme- oder Elektrotherapie ist eine Doppelbehandlung nicht vorgesehen. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet die verordnende Ärztin.
8. Frequenz und Behandlungseinheiten
Die Frequenz gibt an, wie viele Termine pro Woche vorgesehen sind, oft als Spanne wie 1–2x wöchentlich. Die Zahl der Behandlungseinheiten steht in einem eigenen Feld und sagt, wie viele Termine die Verordnung insgesamt umfasst.
Bei Kassenrezepten muss die Behandlung innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung beginnen. Ist „dringlicher Behandlungsbedarf“ angekreuzt, verkürzt sich die Frist auf 14 Tage.

Weitere Felder auf dem Rezept
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Diagnosegruppe | Kürzel aus dem Heilmittelkatalog, etwa WS für Wirbelsäule, EX für Extremitäten, LY für Lymphabflussstörungen |
| Leitsymptomatik | die wichtigste Funktionsstörung, als Buchstabe oder im Klartext |
| Therapiebericht | angekreuzt: Die Praxis schickt der Ärztin einen Bericht |
| ICD-10-Code | verschlüsselte Diagnose |
Häufige Fragen
Darf die Praxis MT machen, wenn KG verordnet ist?
Die Verordnung legt den Leistungsrahmen fest. Hält die Therapeutin ein anderes Heilmittel für passender, stimmt sie das mit der verordnenden Ärztin ab.
Gilt die 28-Tage-Frist auch für Privatrezepte?
Die Heilmittel-Richtlinie gilt für die gesetzliche Krankenversicherung. Ob Ihr privater Tarif eine Frist vorgibt, steht in den Versicherungsbedingungen.
Was passiert, wenn auf dem Rezept etwas fehlt?
Fehlt eine Pflichtangabe oder passt ein Kürzel nicht zur Diagnosegruppe, weist die Physiotherapie-Praxis in der Regel darauf hin. Ändern darf die Verordnung dann nur die Arztpraxis, meist mit Datum und Unterschrift neben der Korrektur.
Wie lange dauert eine KG-Einheit?
In der Kassenversorgung meist zwischen 15 und 25 Minuten. Privatpraxen nennen die Dauer ihrer Leistungen in der Regel in der Preisliste.

Wer die Kürzel kennt, versteht schon beim Blick aufs Rezept, was in der Physiotherapie geplant ist. Bleiben Fragen, klärt sie die Praxis meist schon beim ersten Termin.